Was ist Taekwondo?

Taekwondo ist eine koreanische Kampfkunst, die modernen Wettkampf, traditionelle Formen, Selbstverteidigung und Fitness in sich vereint. Konzentration, Gelenkigkeit, Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer werden trainiert. Werte wie Respekt, Selbstdisziplin und Fairness werden gelebt. Dabei bietet der Sport in jedem Alter Herausforderungen und ist somit uneingeschränkt für jeden geeignet. Es ist im olympischen und paralympischen Programm enthalten. In unseren Vereinen finden sich Kinder- und Seniorengruppen, wie auch Breiten- und Leistungssportler. Eine qualifizierte und vom LSB anerkannte Trainerausbildung zusammen mit anspruchsvollen Meisterprüfungen garantieren eine hohe Qualität in unserem Sport.

Zitat von unserem niedersächsischen Dachverband, der Niedersächsischen Taekwondo Union (NTU). http://www.ntu.de

Der Name der koreanischen Kampfkunst setzt sich aus den drei Silben „Fuß“, „Faust“ und „Weg bzw. Lehre“ zusammen.

Die ersten beiden Silben stehen für die Vielzahl von Fuß- und Handtechniken im Taekwondo, wobei im Wettkampf bevorzugt schnelle Trittfolgen zum Einsatz kommen. Manche sagen auch, dass Taekwondo der Kampfsport mit den schnellsten und dynamischsten Tritten sei.

Die fünf Grundsätze des Taekwondo
  • Höflichkeit
  • Integrität
  • Durchhaltevermögen oder Geduld
  • Selbstdisziplin
  • Unbezwingbarkeit

Die Silbe „Do“ steht für den philosophischen
Teil des Taekwondo. Es soll ein Konzept zur
Lebensführung vermitteln.

Hält sich der Taekwondoin (Taekwondo-Ausübende)
an die 5 Grundsätze des Taekwondo, so führen
Sie ihn auf seinem Weg zu körperlichem Wohlbefinden
und in seelische Ausgeglichenheit.

Die Disziplinen des Taekwondo
  • Grundschule und Formenlauf (Poomsae)
  • Einschrittkampf
  • Bruchtest
  • Freikampf und Wettkampf
  • Selbstverteidigung (Hosinsul)
  • Gymnastik und Theorie

Taekwondo beinhaltet mehrere Disziplinen
und bietet dadurch jedem Taekwondoin
Raum für eigene Schwerpunkte.

Um die Gründe für diese Ziele und die Philosophie zu verstehen, lohnt es sich, etwas weiter auszuholen: Entwickelt wurde Taekwondo im wesentlichen von dem koreanischen General Choi Hong-Hi Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem japanischen Shotokan-Karate beeinflusst durch das koreanische Taekgyeon. Die alten Koreaner betrieben zwar schon etwa 200 n.Chr. die hauptsächlich auf Handtechniken beruhende Kampfkunst des Subak, zu der sich um 500 n.Chr. dann die an Fußtechniken reiche Art des Taekgyon gesellte. Doch Korea war zu dieser Zeit in drei Teile gespalten, die flächenmäßig sehr unterschiedlich waren. So war Koguryo der größte und Sylla der kleinste Teil des Landes. Der dritte Teil hieß Backchae.

Um sich den fortwährenden Angriffen der Koguryo-Dynastie zu erwehren, förderte der König von Sylla, Chin Hung, die Bewegung des Hwa rang do. Die aus der Jugend des Landes bestehenden Mitglieder dieser Bewegung befassten sich mit dem Ideengut des Zen-Buddismus, den Künsten, den Wissenschaften und vor allem der körperlichen Ertüchtigung. Schließlich wurde ein Angriff der Koguryo-Dynastie von Kim yu Sin, einem Führer des Hwa rang do, 668 n.Chr. zurückgeschlagen. Und daraus folgte eine Weiterentwicklung des Taekyon in der Sylla-Dynastie, die ihren Höhepunkt an deren Ende um 1390 hatte.

Nach der Besetzung Koreas durch Japan wurde Taekyon ganz verboten. Alle Verbote konnten allerdings nicht die Ausübung dieser Kampfkunst im Untergrund verhindern. Im Gegenteil, es fand durch den Einfluss des Karate sogar eine Weiterentwicklung statt, welche sich in den Handtechniken dokumentierte.

Weil Korea bis 1945 durch Japan annektiert und besetzt war, wollte General Choi Hong-Hi eine Kampfkunst schaffen, die der japanischen überlegen ist. In den Jahren der Besetzung war Taekgyeon zwar verboten, doch im Untergrund breitete sich die Kampfkunst aus und überdauerte die Besetzung.

Die „Theorie der Kraft“
  • Konzentration
  • Reaktionskraft
  • Gleichgewicht
  • Atmungskontrolle
  • Schnelligkeit und
  • Masse

Choi Hong-Hi verbesserte Techniken und brachte
physikalische Gesetzmäßigkeiten für eine größere
durchschlagende Wirkung in seine „Theorie der Kraft“
ein, deren Berücksichtigung die Wirkung der Schläge,
Stöße, Blöcke und Tritte verstärkt.

Der Bruchtest, bei dem der Taekwondoin ein Brett bzw. für Spezialbruchtests andere Materialien mittels eines Trittes oder einer Handtechnik zerbrechen muss, ist ab einem gewissen Level Bestandteil der Gürtelprüfungen (Inhalte der Gürtelprüfungen) und eine Demonstration für die richtige Ausübung dieser Theorie. Übrigens wird heute noch vor der Aktion gegen das Brett der Meister durch eine Verbeugung um Erlaubnis gefragt, denn Taekwondo ist zur Selbstverteidigung entwickelt worden, nicht zur Zerstörung.

Die Wirkung von Taekwondo

Mit fortdauerndem Training erhöht sich nicht nur die Flexibilität und die Stärke des Körpers, Taekwondo hat auch eine positive Wirkung auf die Psyche. Schon bei Kindern zeigt sich durch die Schulung der fünf Grundsätze eine Stärkung des Charakters und mit der Erkenntnis, nicht wehrlos zu sein, ein erhöhtes Selbstbewusstsein und ein besserer Umgang mit Gefahrensituationen.

Und der Name Taekwondo? Wie entstand der nun?

Er ist noch gar nicht so alt. 1955 machte die enorme Weiterentwicklung der Kampfkunst eine Namensänderung nötig. Aus diesem Grund prägten die höchsten DAN-Träger 1955 den von Choi Hong-Hi vorgeschlagenen Namen TAEKWONDO, der durch sie in den Folgejahren in alle Welt verbreitet wurde. So kam Taekwondo auch 1965 nach Deutschland. In Niedersachsen wurde Taekwondo durch den Großmeister Lee Bum-I verbreitet, der auch Lehrer des Großmeisters Uwe Bruhn war. Dieser wiederum hat maßgeblich zur Verbreitung im Hermannsburger und Munsteraner Raum beigetragen, so dass heute Vereine in Munster, Hermannsburg-Bergen u.s.w. die Möglichkeit des Lernens von Taekwondo anbieten. Und so kann auch in unserer Region das inzwischen olympische Taekwondo auf Technik- oder Wettkampf-Turnieren oder auch nur im Verein Taekwondo ausgeübt werden.

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